Hörsturz

Hört man plötzlich auf einem Ohr nicht mehr oder nur noch sehr schlecht, deutet dieses auf einen Hörsturz hin. Ursache oder Auslöser sind für den Betroffenen meist nicht ersichtlich. Man sollte bald einen Arzt aufsuchen, um möglichst früh die Behandlung zu beginnen.

Symptome eines Hörsturzes

  • Der Hörverlust bei einem Hörsturz kann sehr verschieden ausgeprägt sein. Bei manchen Betroffenen betrifft er nur bestimmte Frequenzen, sodass sie zum Beispiel nur noch hohe Töne oder nur noch tiefe Töne hören können. Bei anderen Patienten tritt eine komplette einseitige Ertaubung auf. Zusätzlich zur Hörminderung kommt es meistens zu quälenden Ohrgeräuschen. Auch ein Druckgefühl in der Tiefe des Ohres ist typisch. Knapp einem Drittel der Patienten ist zusätzlich schwindelig. Ohrenschmerzen oder Ohrenlaufen treten bei einem Hörsturz nicht auf.

Wodurch wird ein Hörsturz verursacht?

  • Wie es zu einem Hörsturz kommt, konnte bislang nicht eindeutig geklärt werden. Experten vermuten eine gestörte Blutversorgung des Innenohres, so dass die Hörzellen nicht mehr richtig arbeiten können. Auch Virusinfekte werden als mögliche Auslöser des Hörverlustes diskutiert. Seelische Belastungen sowie Stress in Familie und Beruf kommen vielleicht ebenfalls als Ursache in Frage.

Was kann man selber tun?

  • Kommt es zu einem plötzlichen einseitigen Hörverlust, sollte man möglichst bald einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt) aufsuchen und nicht erst einige Tage abwarten, ob die Beschwerden wieder verschwinden. Bis zur ärztlichen Untersuchung sollte man Ruhe bewahren und versuchen, sich zu entspannen. Stressreaktionen verschlimmern die Situation meist nur.

Was macht der Arzt?

  • Als erstes befragt der Arzt den Betroffenen ausführlich zu seinen Beschwerden im Ohr und anderen Körperbereichen. Auch die Lebensgewohnheiten und mögliche Belastungen im Alltag spielen eine Rolle.

  • Dann wird der Arzt die Ohren mittels einer Ohrspiegelung untersuchen. Dabei kann er den Gehörgang und das Trommelfell überprüfen. So kann er Schwerhörigkeit aufgrund von Ohrenschmalz oder einer Trommelfellverletzung ausschließen.

  • Wichtig ist eine Hörprüfung, um das Ausmaß des Hörverlustes genau festzustellen. Weitere spezielle Untersuchungen wie eine Hirnstammaudiometrie, also die Messung der Hirnströme während des Hörvorgangs, können folgen, um weitere Ursachen eines Hörverlustes auszuschließen.

Welche Therapie hilft?

  • Je eher ein Hörsturz behandelt wird, desto besser sind die Chancen auf Genesung. Ziel der Therapie ist es, die Durchblutung des Innenohres zu verbessern.

  • Die Standardtherapie ist die Gabe von Medikamenten, welche die Fließeigenschaften des Blutes verbessern, es regelrecht „verdünnen“. Meist erfolgt die Behandlung als Infusionsbehandlung über die Vene an zehn aufeinanderfolgenden Tagen.

  • Häufig werden zusätzlich Medikamente gegeben, welche die Blutgefäße erweitern und so die Versorgung des Innenohres mit Sauerstoff und Nährstoffen verbessern. Kortison wirkt gegen eine Entzündung und Schwellung innerhalb des Innenohres und wird oft für wenige Tage verordnet.

  • Meist erfolgt die Behandlung ambulant. In schweren Fällen wie Fortschreiten der Erkrankung trotz Behandlung oder zusätzlich ausgeprägtem Schwindel erfolgt die Behandlung stationär.

  • Der Nutzen der gelegentlich empfohlenen Überdrucktherapie mit Sauerstoff (hyperbare Sauerstofftherapie, HBO) und die H.E.L.P.-Apherese ist fraglich. Sie werden als Reservetherapien angesehen. Hier werden meist auch die Kosten nicht von den Krankenkassen übernommen.

Bei einem plötzlich auftretenden Hörverlust sollte man zügig einen HNO-Arzt aufsuchen, damit dieser rechtzeitig mit einer notwendigen Behandlung beginnen kann. Je früher der Hörsturz therapiert wird, desto größer sind die Heilungschancen.

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