Herzschrittmacher – wenn das Herz ungleichmäßig schlägt

„Es dreht sich alles, die Erde schwankt, der Boden gibt nach.“ So kann sich Schwindel bemerkbar machen. Schwindel ist ein häufiges Symptom, das meist harmlos ist, aber in einigen Fällen auf eine ernstere Erkrankung hinweisen kann.

Funktionsweise des Herzens

  • Der Herzmuskel zieht sich etwa 60-70-mal in der Minute zusammen (er kontrahiert) und pumpt so das Blut in den Körper.

  • Der Taktgeber für diese Kontraktionen ist der sogenannte Sinusknoten. Er besteht aus spezialisierten Zellen und liegt in der Herzwand. Er sendet kleine elektrische Impulse zum ebenfalls in der Herzwand liegenden Atrioventrikulärknoten (AV-Knoten), der zwischen Vorhof (Atrium) und Herzkammer (Ventrikel) sitzt. Von hier wandern die elektrischen Impulse über bestimmte Leitungsbahnen zur Herzmuskulatur, die sich daraufhin zusammenzieht und das Blut in den Körper pumpt.

Herzrhythmusstörungen und ihre Folgen

  • Wenn das Herz zu langsam oder unregelmäßig schlägt, kann die Durchblutung des Gehirns und anderer Organe unter Umständen nicht mehr ausreichend sein. Als Folge treten Beschwerden wie Schwindel, Abgeschlagenheit, Leistungseinschränkung und kurze Bewusstlosigkeiten auf. In diesen Fällen kann es sinnvoll sein, einen Herzschrittmacher zu implantieren.

Aufbau und Funktionsweise eines Herzschrittmachers

  • Ein Herzschrittmacher ist ein elektrischer Impulsgeber, der immer dann einspringt, wenn die Schlagfolge des Herzens unregelmäßig oder zu gering wird.

  • Sein Gehäuse besteht aus gewebefreundlichem Titan. Es beinhaltet einen elektronischen Schaltkreis und eine Lithium-Ionen-Batterie. Der Schaltkreis gibt elektrische Impulse ab, die dann über Elektroden zum Herzen geleitet werden, sodass dieses sich zusammenzieht. Umgekehrt melden die Elektroden dem Schrittmacher die Eigenaktivität des Herzens zurück. Dadurch kann der Schrittmacher seine Impulse an die Bedürfnisse des Herzens anpassen. Die Elektroden sind sehr flexibel und äußerst unempfindlich gegen Körperbewegungen.

  • Ein Herzschrittmacher kann von außen mit einem speziellen Gerät programmiert werden. Auf diese Weise kann der Arzt ihn individuell anpassen, wenn sich das Krankheitsbild oder die Bedürfnisse des Patienten ändern.

Als Träger eines Herzschrittmachers sollte man regelmäßig zu den Kontrolluntersuchungen gehen und stets seinen Herzschrittmacherausweis bei sich tragen. Daneben gilt es, einige Vorsichtsmaßnahmen beim Umgang mit elektrischen Geräten zu beachten.

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Wie wird der Herzschrittmacher implantiert?

  • Um einen Herzschrittmacher zu implantieren, ist lediglich eine kleine Operation erforderlich, die in der Regel unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden kann.

  • Unterhalb des Schlüsselbeins öffnet der Chirurg eine Vene, über die er die Elektroden bis zum Herzen vorschiebt und dort verankert. Anschließend verbindet er die Elektroden mit dem Schrittmachergehäuse, das er direkt unter der Haut im oberen Brustbereich einpflanzt.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen

  • Ein Herzschrittmacher hat eine begrenzte Lebensdauer, die zwischen fünf und zwölf Jahren liegt. Daher ist es wichtig, regelmäßig zu den festgelegten Kontrolluntersuchungen zu erscheinen. Dabei kann der Arzt feststellen, ob die Batterie schwächer wird und gegebenenfalls den Austausch des Herzschrittmachers veranlassen.

  • Die Untersuchungen können zudem Veränderungen der Herzfunktion aufdecken. Dafür sollte der Patient selbst auf Beschwerden wie Herzstolpern, Brustschmerzen, Anschwellen der Beine, zunehmende Müdigkeit und Schwindel achten und sie dem Arzt mitteilen. Falls notwendig, kann der Herzschrittmacher dann umprogrammiert werden.

Was sollte man als Patient beachten?

  • Mit der Implantation erhält jeder Betroffene einen Herzschrittmacherausweis, der spezielle Angaben zum implantierten Gerät enthält. Diesen Ausweis sollte man stets bei sich tragen. Auch bei medizinischen Untersuchungen sollte man den behandelnden Arzt über den Schrittmacher informieren.

  • Viele Patienten sind unsicher, inwieweit sie nach der Implantation mit elektrischen Geräten, Computern und Haushaltsgeräten umgehen können. Die meisten elektrischen Geräte, die in Haushalt und Freizeit verwendet werden, sind jedoch so geschützt, dass sie die Funktion eines Herzschrittmachers nicht beeinträchtigen. Sicherheitshalber sollte man aber elektrische Geräte wie Rasierapparat, Haarföhn, Lockenstab, Lötkolben, Mobiltelefon, Funksprechgerät oder Bohrmaschine 15 bis 20 Zentimeter von der Stelle entfernt halten, wo der Schrittmacher sitzt. Diebstahlsicherungsanlagen, wie sie häufig im Eingangsbereich von Kaufhäusern und Bibliotheken zu finden sind, sollten Personen mit Herzschrittmacher zügig durchschreiten. Bei Sicherheitskontrollen am Flughafen sollte man das Personal ansprechen und auf die Tatsache, dass man Schrittmacherträger ist, hinweisen.

  • Treten trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen Beschwerden auf, die auf eine Störung des Herzschrittmachers hindeuten, sollte der Betroffene das die Störung verursachende Gerät umgehend ausschalten bzw. sich von der Störquelle entfernen. Mögliche Symptome können Herzklopfen, Herzstolpern oder Schwindel sein.